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Angst davor, neue Wege zu gehen?

Angst - Freund oder Feind?

von Inga Dalhoff

Wir alle kennen sie, die Ängste. Die Angst vor dem Unbekannten, vor der eigenen Courage, die Angst zu versagen, die Angst, sich nicht gut verkaufen zu können, die Angst ungenügend zu sein, die Angst, die Erwartungen der KundInnen nicht erfüllen zu können, die Angst davor, ungeliebt zu sein, die Angst vor dem Verkaufen, die Angst vor einer möglichen Absage / einem Nein, Existenzängste, Verlustängste, ...

Die Angst wovor und in welchem Ausmaß auch immer – sie ist uns nicht lieb. Denn sie ist ein als negativ empfundenes Gefühl. Ein Gefühl, das wir so schnell wie möglich ablegen möchten. Aus dieser Abneigung ist etwas entstanden, das man die Angst vor der Angst nennen könnte. Und deshalb wollen wir unsere Ängste fast um jeden Preis vermeiden. Eine legitime Reaktion, doch bringt sie uns weiter?

Vor vielen Jahren begegnete mir der Satz „Der Weg ist dort, wo die Angst am größten ist.“

Erst im Laufe der Jahre erschloss sich mir die volle Weisheit dieses Satzes. Denn ich durfte für mich erfahren, dass die Angst tatsächlich der für mich kraftvollste Kompass auf dem Weg in meine persönliche Freiheit ist. Dort wo meine Angst sitzt, wartet eine Wachstumsaufgabe auf mich. Eine Aufgabe, die ich bisher noch nicht bewältigen konnte. Eine Aufgabe mit dem Reiz des Abenteuers. Eine Aufgabe, die auch Gefahr für meine Gewohnheiten, für mein bisheriges ICH ist. Eine Aufgabe, die vielleicht auch andere mir bekannte Menschen bisher noch nicht gemeistert haben.

Dort wo meine Angst sitzt, liegt mein Potenzial zur Erweiterung meines Erfahrungsschatzes und zur Erweiterung meines Bewusstseins. Potenzial zu noch mehr persönlicher Handlungsfreiheit.

Und ich habe stets die Wahl, ob ich diese Aufgabe annehmen möchte oder nicht. Ob ich mir Unterstützung bei der Bewältigung dieser Aufgabe hole oder ob ich sie alleine meistere. Ob ich sie jetzt oder zu einem späteren Zeitpunkt bewältige. Ob ich sie in vielen kleinen Schritten oder in einem großen Schritt angehe.

Ich möchte dazu ermutigen, die Angst von ihrem verstaubten Image des „Unangenehmen“, des zu „Vermeidenden“ zu befreien. Ich möchte dazu aufrufen, die Angst einmal als Chance für Wachstum und Erweiterung zu begreifen. Denn dann müssen wir keine Angst mehr vor der Angst haben.

Wenn Sie also das nächste mal von der Angst ergriffen werden, dann heißen Sie sie doch versuchsweise einmal willkommen. Nehmen Sie Kontakt mit Ihrer Angst auf, versuchen Sie zu orten, wo in Ihrem Körper sie sich zeigt. Fragen Sie Ihre Angst, was sie zum Ausdruck bringen möchte und wovor sie Sie warnen möchte. Danken Sie Ihrer Angst für den Hinweis, den Sie Ihnen gibt. Nehmen Sie die Wachstumschance an, die sich hinter der Angst verbirgt. Holen Sie sich die Hilfe, die Sie benötigen, um ins Wachstum gehen zu können. Gehen Sie die Schritte, die für Sie machbar sind, behutsam, achtsam und in Liebe mit sich selbst.

So können Sie sich erweitern. So haben Sie die Chance, das Vertrauen in sich selbst stetig wachsen zu lassen. So haben Sie die Chance, die Angst in Ihnen als Kompass für Ihr Wachstum zu erfahren, als einen willkommenen Partner für Erweiterung.

Viel Freude beim Ausprobieren!

Herzliche Grüße, Ihre Inga Dalhoff

 

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